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Wildbienen-Seite der Kreativ-Werkstatt

Wildbienen-Seite der Kreativ-Werkstatt

Wie die Wildbienenhäuser zur
Kreativ-Werkstatt kamen

Rita Jakob-Lüthy, Arbeitsagogin, Bärg u Tal

Auf der Suche nach geeigneten Arbeiten

Mit meiner Anstellung als Arbeitsagogin in der Therapeutischen Wohngemeinschaft im 2005 erhielt ich unter anderem den Auftrag, sinnvolle, vielfältige und abwechslungsreiche produktive Arbeiten zu generieren, welche die kreativen Tätigkeiten sinnvoll ergänzen würden.

Von meinem Menschenbild her bin ich überzeugt, dass alle Lebewesen unserer Schöpfung Wertschätzung und Sorgfalt verdienen und dass eine Gesellschaft nur so stark ist, wie ihre Achtung den Schwächsten gegenüber.

Am Anfang ging ich auf Auftragssuche bei Firmen. Schnell merkte ich, dass sich keine geeigneten Arbeitsmöglichkeiten anboten. Die einen Firmen verlangen strikte Einhaltung ihrer Hygienekonzepte, andere erwarten Präzisionsarbeit und dritte benötigen grosse Mengen zu einem fixen Termin. Unsere Leute, Räumlichkeiten, Maschinen und Ressourcen eignen sich aber nicht für solche Anforderungen.

Als aktive Imkerin und Bienenberaterin stiess ich in einer Weiterbildung auf die Wildbienen und ihre Häuser. Sehr schnell stellte ich fest, wie viel Potential darin steckte. Als Arbeitsagogin ist es meine Aufgabe, Arbeitsabläufe und Projekte so zu gestalten, dass die Mitarbeitenden ihren Fähigkeiten entsprechend tätig sein können. So kam das erste Wildbienendreieck in die Kreativ-Werkstatt. Eine erste Serie entstand. Unsere Leute waren begeistert von den Arbeiten und zeigten Einsatz für andere Geschöpfe, die am Rand der Gesellschaft leben - die Wildbienen.

Von der Nisthilfenproduktion zur Weitervermittlung

Als Bienenberaterin bin ich in meinem Verein auch für Weiterbildung zuständig. Ich machte also den ersten Kurs: "Bauen von Nisthilfen für Wildbienen und Wissenswertes über diese" mit den Imkern. Das Ergebnis war äusserst befriedigend.

In der Kreativ-Werkstatt beschlossen wir dann, die Herstellung der Wildbienendreiecke mit Kursen und Bausätzen zu ergänzen.

Damit möchte ich Verschiedenes erreichen:

  • Wissenswertes zum Thema Wildbienen verbreiten
  • Aktives Arbeiten, ein eigenes Dreieck gestalten
  • Sensibilisieren für die Natur und deren Zusammenhänge
  • Gwundrig machen für Bienen, mit der Idee, dass der eine oder andere einmal zu den Honigbienen findet
  • Einen guten Beitrag leisten zur Erhaltung der Artenvielfalt
  • Informieren über unsere Institution
  • Wertschätzung wecken für alle Mitglieder unserer Gesellschaft.

Ich war und bin begeistert von den Echos, welche die Wildbienennisthilfen auslösten, wo immer ich sie verkaufte oder verschenkte.

Wildbienenkunst statt Versandhandel

Im Team beschlossen wir, die Dreiecke als aktiven Beitrag für die Natur und den Artenschutz möglichst breit zu einem für alle tragbaren Preis anzubieten. Ich gelangte an einen Versandhandel mit der Anfrage, unsere Dreiecke zu übernehmen. Dieser wollte unsere Nisthilfen nicht. Zudem wären sie durch die Aufnahme in den Katalog massiv teurer geworden.

Zu diesem Zeitpunkt wurde es mir möglich, einen Artikel über Wildbienen in einer Obstbauzeitung zu platzieren. Dieser fand grossen Anklang, wurde weiter gereicht und erschien in der ganzen Schweiz. Darauf verschickten wir überallhin Nisthilfen. Unser Wunschziel, innerhalb eines Jahres 100 Stück zu verkaufen, erreichten wir bei weitem. Die Kurse machten viele Leute aufmerksam. Dreiecke wurden verschenkt, weckten neue Aufmerksamkeit, Anfragen kamen für andere, grössere Häuser.

So fuhr ich im Herbst 2007 nach Spiez, um ein grosses Projekt aufzugliedern. Da entstand dann auch der Begriff "Wildbienenkunst am Bau". Hässliche Betonwände mit Wildbienenkunst zu verschönern und nützlich zu machen, finde ich super. Dieses grosse Haus brachte unseren Leuten neben Arbeit eine riesige Befriedigung. Es war sehr bereichernd, bei der Montage die stolzen Gesichter zu sehen.

Aktivitäten bis zur Kapazitätsgrenze

Mit meinem Patenkind hatte ich viel Spass, als es mit den Eltern einen Tag bei mit in der Werkstatt verbrachte und für alle Dreiecke als Weihnachtsgeschenke herstellte, so dass ich das vielen ermöglichen möchte. Deswegen stellen wir einigen Interessierten dieses Jahr am Weihnachtsmarkt unsere Räumlichkeiten in Huttwil zur Verfügung (siehe Gemeinsam Wildbienenhäuser herstellen).

Ich schrieb einen Artikel über unsere Wildbienenprojekte in der Bienenzeitung.

Es kamen und kommen viele Anfragen. Unter anderem auch vom Schreinermeisterverband. Dieser wollte ein Wildbienenprojekt als PR 2009 starten. Er kam mit der Bitte, ein Projekt zu entwerfen und zu unterstützen.

Ich war begeistert für die Wildbienen und die Idee, dass Kinder mit ihren Paten etwas Produktives herstellen wollten. Ich setzte mein Wissen und meine Fähigkeiten als Arbeitsagogin, Mutter, Gotte und Bienenberaterin ein und machte einen Prototyp, der allen Anforderungen genügen sollte.

In diesem Zusammenhang entstand auch die informative Broschüre: "Wildbienen im Dienste der Natur". Das ganze wurde ein Riesen Erfolg. Von geplanten 1000 Stück wurden es am Schluss 3500 Stück.

Dies und unsere Präsenz an der Ausstellung BEA in Bern überforderte unsere Institution beinahe.

Unsere Grenzen wurden uns einmal mehr bewusst. Weil wir unserem Namen Kreativ-Werkstatt treu bleiben wollen, stehen wir zu unseren Grenzen. Auch möchten wir dabei bleiben, einheimischh, saisongerecht, ökologisch und umweltverträglich zu arbeiten. Deswegen kann bei grosser Nachfrage eine längere Lieferzeit vorkommen.

Unser Kerngeschäft ist und bleibt die Betreuung, Förderung und Unterstützung unserer Mitarbeitenden. Um dies optimal zu erreichen, brauchen wir interessierte, verständnisvolle und tolerante Kunden, die uns auch mit Spezialwünschen besuchen dürfen. Es freut uns immer wieder, zufriedene Kunden zu gewinnen.

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