In der Schweiz gibt es über 500 verschiedene Wildbienenarten. Neben der Honigbiene sind diese für eine gute Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen zuständig.
Für einen Laien ist es sehr schwierig, optisch einen Unterschied zu erkennen. Einige Arten von Wildbienen sehen zum Verwechseln ähnlich aus.
Eine Honigbiene lebt in einem Staat. Das heisst: Die Königin ist von ihrem Staat, den Arbeiterinnen umgeben. Das nennt man ein Volk. So einem Volk gehören zeitweise auch männliche Bienen an, die Drohnen. Die Königin ist für die Eiablage und die Führung des Staates zuständig, die Drohnen für die Begattung von neuen Königinnen und die Arbeiterinnen zum Futter sammeln, Bauen und Schützen des Volkes. Diesem Zweck dient auch der von den Menschen gefürchtete Stachel der Arbeiterinnen. Diesen benützen sie nur bei Bedrohungen. Er ist ursprünglich zum Schutz vor anderen Insekten gedacht.
Eine Wildbiene ist solitär lebend. Das heisst: Sie lebt alleine. Es gibt hier Männchen und Weibchen. Die Männchen sind für die Begattung der Weibchen zuständig, bei einigen Arten übernehmen sie auch Beschützerrollen. Die Weibchen sind für den Bau, die Eiablage und die Fütterung der nächsten Generation zuständig. Da das Weibchen weiss, dass es alleine zuständig ist für das Überleben seiner Gene und es alleine keine Chance hat gegen Bedrohungen, zieht es sich zurück statt sich zu wehren. Der Stachel, den Wildbienen besitzen, ist zudem meistens so kurz, dass er nicht durch die menschliche Haut dringen kann. Bis heute ist kein Fall von allergischen Reaktionen als Folge eines Wildbienestichs bekannt, daraus lässt sich schließen, dass Wildbienen für den Menschen ungefährlich sind. Deswegen eignen sich Wildbienen hervorragend zur Beobachtung. Zum einstig die Natur und Zusammenhänge darin kennen zulernen.
Die Arbeiterinnen eines Honigbienenvolkes sammeln unter anderem Honig, diesen legen sie als Vorrat in Zellen, den Bienenwaben an. Der Imker erntet diesen zur richtigen Zeit, ersetzt ihn den Bienen wieder mit Zuckerwasser, damit diese nicht hungern müssen. Das ist einer der Punkte, weshalb Menschen Bienen halten.
Die Wildbienen brauchen den Honig für die eigene Brut. Da die Jungen alleine in ihrem Kokon überwintern und die Eltern sterben, braucht es keine Vorräte.
Die Bestäubung ist der grössere Nutzen der Bienen für uns Menschen. Die Wildbienen können bei tieferen Temperaturen unterwegs sein als die Honigbienen. Honigbienen sind blütentreu, das heisst, eine Biene, die sich auf Apfelblüten eingeflogen hat, fliegt auf solche, bis es keine mehr hat. Wildbienen fliegen vor allem auf Wildblumen. Es gibt auch Wildbienen, welche nur eine Wildpflanze bevorzugen und der Bestand von dieser Art ist dann von den Wildbienen abhängig.